Pyrotechnik

Pyrotechnische Gegenstände enthalten explosionsgefährliche Stoffe und können bei unsachgemäßem Abbrennen gefährliche Wirkungen entfalten. Zur Vermeidung von Personen- und Sachschäden werden deshalb deren Verkehr, Lagerung und Verwendung durch das Sprengstoffrecht geregelt; es enthält umfangreiche Anforderungen, die das Gefährdungspotential des jeweiligen Gegenstandes berücksichtigen.

Einteilung pyrotechnischer Gegenstände

Pyrotechnische Gegenstände werden in Kategorien eingeteilt, für die unterschiedliche Verwendungs- und Verkaufsbeschränkungen gelten.
Pyrotechnische Gegenstände der Kategorien F1 bis F4 dienen Vergnügungszwecken und werden allgemein als „Feuerwerk“ bezeichnet.

Bezeichnung

Wann ist der Verkauf erlaubt?

An wen darf abgegeben werden?

Kategorie F1

Kleinstfeuerwerk
(z.B. Knallerbsen, Wunderkerzen, Tretknaller, Tischfeuerwerk)
während des ganzen Jahres an alle Personen über 12 Jahren

Kategorie F2

Kleinfeuerwerk
„Silvesterfeuerwerk“
(z.B. Knaller, Frösche, kleine Raketen und Vulkane, auch Batteriefeuerwerk)
vom 29.12. bis 31.12. * an Personen über 18 Jahren **
während des ganzen Jahres nur an professionelle Pyrotechniker

Kategorie F3

Mittelfeuerwerk
(z.B. Sternbomben, Sonnen, Feuertöpfe, Fontänen, größere Raketen )
während des ganzen Jahres nur an professionelle Pyrotechniker

Kategorie F4

Großfeuerwerk
(z.B. Feuersterne, große Vulkane u. Raketen)
während des ganzen Jahres nur an professionelle Pyrotechniker
* ist einer dieser Tage ein Sonntag, ist der Verkauf bereits ab 28.12 zulässig.
* * sofern die Verpackung nicht den Hinweis enthält, dass eine sprengstoffrechtliche Erlaubnis oder ein Befähigungsschein erforderlich sind.

Kategorie F1

Pyrotechnische Artikel der Kategorie F1 sind bei bestimmungsgemäßer Verwendung nicht gefährlicher als andere Gegenstände, mit denen man im täglichen Leben umgeht. Diese Feuerwerksartikel dürfen von Jedem, der das 12. Lebensjahr vollendet hat, das ganze Jahr über erworben und abgebrannt werden.

Kategorie F2

Diese Feuerwerksartikel sind auch als „Silvester-Feuerwerk“ bekannt. Sie dürfen nur an wenigen Tagen zum Jahreswechsel und zwar nur an Erwachsene (also nicht an Jugendliche oder gar Schulkinder!) verkauft und nur am 31.12. und 01.01. eines Jahres von Erwachsenen abgebrannt werden. Dieser Zeitraum gilt nicht, wenn das Abrennen durch eine Person erfolgt, die durch eine Erlaubnis oder einen Befähigungsschein für Feuerwerksartikel der Kategorie F3 oder F4 oder eine Einzelfallausnahme berechtigt ist.

Kategorie F3 und F4

Hierbei handelt es sich um große Feuerwerksartikel, die bei gewerblichen Veranstaltungen eingesetzt werden. Mit pyrotechnischen Artikeln der Kategorie F3 und der Kategorie F4 dürfen nur Personen umgehen (z. B. erwerben und abbrennen), die eine entsprechende Erlaubnis oder einen entsprechenden Befähigungsschein besitzen. (im Sprachgebrauch bezeichnet man diese Personen als „Pyrotechniker“ oder „Feuerwerker“). Sie sind aufgrund ihrer Fachkunde und Erfahrung in der Lage, sachgemäß mit diesem Feuerwerk umzugehen und mögliche Mängel an den Feuerwerkskörpern zu erkennen. Im Sprengstoffrecht gibt es noch weitere pyrotechnische Gegenstände für technische Zwecke: • für Bühnen- und Theatereinsatz: pyrotechnische Gegenstände der Kategorien T1 und T2 • sonstige pyrotechnische Gegenstände der Kategorien P1 und P2. Diese sind in erster Linie für verschiedene technische Zwecke konzipiert. Hierzu gehören z.B. Airbags, Signalmittel oder Antriebe für Modellraketen. Die Kategorien T2 und P2 dürfen nur von Personen verwendet werden, die über eine spezielle Fachkunde verfügen.

Kennzeichnung pyrotechnischer Gegenstände

Pyrotechnische Gegenstände dürfen nur auf den Markt gebracht werden, wenn sie einen Konformitätsnachweis besitzen. Dies ist erkennbar am CE-Zeichen und einer Registriernummer.

Die Registriernummer (z. B. 0589-F2-0001) setzt sich zusammen aus

  • 4-stelliger Nummer der benannten Stelle, die die Baumusterprüfung durchgeführt hat. 0589 steht z.B. für die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Andere vierstellige Nummern stehen für Benannte Stellen anderer EU-Staaten.
  • Kategorie des pyrotechnischen Gegenstandes. F1 steht für Kategorie 1; F2 für Kategorie 2.
  • laufender Nummer zur Identifizierung des pyrotechnischen Gegenstandes (zu recherchieren im Internet).

Das bisherige „BAM-Zulassungszeichen“ (z.B. BAM PII 0802) behält noch bis zum 03.07.2017 seine Gültigkeit.

Lagerung pyrotechnischer Gegenstände

Die Aufbewahrung von Feuerwerkskörpern ist im Rahmen der „Kleinmengenregelung“ unter bestimmten Umständen genehmigungsfrei zulässig. So dürfen beispielsweise im nicht gewerblichen Bereich in nicht bewohnten Räumen von Wohngebäuden bis zu 10 kg Silvesterfeuerwerk (Nettoexplosivstoffmasse) ohne Lagergenehmigung aufbewahrt werden.

Werden die in der Zweiten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (2. SprengV) genannten „Kleinmengen“ überschritten, ist für die Aufbewahrung eine Genehmigung notwendig (z. B. die zentrale Lagerung von Feuerwerksartikeln vor dem Jahreswechsel durch Handelsunternehmen). Zuständig für die Erteilung dieser Lagergenehmigungen sind in Bayern die Gewerbeaufsichtsämter bei den Regierungen.

Abbrennen von Feuerwerk

Das Sprengstoffrecht stellt umfangreiche Anforderungen an das Abbrennen von Feuerwerk. So sind beispielsweise je nach den spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Abrennplatzes ausreichende Schutzabstände einzuhalten. Es darf nur Feuerwerk abgebrannt werden, das den Vorschriften für das Inverkehrbringen entspricht. Das Verwenden von nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern oder solchen ohne Konformitätsnachweis stellt eine erhebliche Gefahr für die Benutzer und Personen im Umfeld dar. Es wird deshalb mit erheblichen Bußgeldern geahndet.

Mit Ausnahme des Abbrennens von Silvesterfeuerwerk der Kategorie F2 zum Jahreswechsel, darf Feuerwerk i. d. R. nur von Personen abgebrannt werden, die im Besitz einer sprengstoffrechtlichen Erlaubnis oder eines Befähigungsscheines sind.

Die jeweiligen Städte und Gemeinden können darüber hinaus weitere zeitliche Beschränkungen verfügen. Häufig wird das Abbrennen auf die Zeit zwischen dem 31. Dezember, 18.00 Uhr, und dem 1. Januar, 6.00 Uhr, eingeschränkt. Außerhalb dieser beiden Tage ist für das Abbrennen von Feuerwerk eine Erlaubnis der Gemeinde erforderlich.

Feuerwerkskörper dürfen nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden abgebrannt werden. Die Gemeinden können über die Abbrennverbote in der Nähe von Kirchen und Krankenhäusern hinaus weitere Gebiete (z. B. historische Gebäude, dicht bebaute Altstadt) mit einem Abbrennverbot belegen.

Wer pyrotechnische Gegenstände der Kategorien F3 oder F4 abbrennen will, hat dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt bei der Regierung das beabsichtigte Feuerwerk schriftlich anzuzeigen, spätestens

  • zwei Wochen vorher, bzw.
  • vier Wochen vorher in unmittelbarer Nähe von Eisenbahnanlagen, Flughäfen oder Bundeswasserstraßen.

In Theatern und vergleichbaren Einrichtungen sowie in Film- und Fernsehproduktionsstätten dürfen pyrotechnische Gegenstände nur vorgeführt werden, wenn sie vorher gemäß der beabsichtigten Verwendung erprobt worden sind. Die Erprobung bedarf der Genehmigung der für den Brandschutz zuständigen Stelle. Für die Vorführung in Anwesenheit von Mitwirkenden oder Besuchern ist zusätzlich die Genehmigung der für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständigen Stelle (Kreisverwaltungsbehörden) erforderlich.

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