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Böllerschützen, Vorder- und Wiederlader

Das Erwerben, Überlassen, Verbringen, Aufbewahren, Verwenden und Vernichten von Treibladungspulver im privaten Bereich ist nur Personen erlaubt, die eine behördliche Erlaubnis nach Sprengstoffgesetz besitzen. Dies trifft z. B. bei Sportschützen und Jägern zu. Typische Beispiele sind das

  • Böllerschießen zur Brauchtumspflege (mit Böllerpulver)
  • Vorderladerschießen (mit Schwarzpulver)
  • Laden und Wiederladen von Patronenhülsen (mit Nitrocellulosepulver)

Voraussetzungen für die Erteilung einer Erlaubnis:

  • Mindestalter 21. Lebensjahr.
  • Nachweis der persönlichen (und körperlichen) Eignung (z. B. ausreichende Seh- und Hörfähigkeit, Farbtüchtigkeit, keine Alkohol- oder Drogensucht, keine Fremd- oder Eigengefährdung).
  • Nachweis der Zuverlässigkeit durch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Die Überprüfung und Feststellung der Zuverlässigkeit (Dauer ca. 4 Wochen) erfolgt in Bayern durch die Kreisverwaltungsbehörden durch Abfragen beim Bundeszentralregister, beim zentralem staatsanwaltschaftlichem Verfahrensregister, beim Verfassungsschutz und bei der Polizei.Sind Antragsteller nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder haben sie ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt außerhalb Deutschlands, wird auch die zuständige Justiz- oder Verwaltungsbehörde des jeweiligen Heimat-, Herkunfts-, Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaates beteiligt.

  • Glaubhafter Nachweis des Bedürfnisses zum Erwerb von Treibladungspulver.
  • Dieser Nachweis kann z. B. erbracht werden
    • bei Vorder- und Wiederladern durch eine Bestätigung des Schützenvereins, dass regelmäßig aktiv am Schießsportbetrieb teilgenommen wird oder bei Jägern durch Vorlage eines gültigen Jagdscheines.
    • bei Böllerschützen durch eine Bescheinigung, dass bei Veranstaltungen zur Brauchtumspflege teilgenommen wird.
  • Nachweis der Fachkunde durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Ausbildung mit Prüfung bei einem staatlichen oder staatlich anerkannten Lehrgangsträger.

Ein Lehrgang darf erst besucht werden, wenn dem Lehrgangsträger eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorgelegt wurde. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung sollte daher rechtzeitig vor Lehrgangsbeginn beantragt werden.

Eine Erlaubnis kann nur erteilt werden, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Zuständig für die die Ausstellung von Unbedenklichkeitsbescheinigungen und die Erteilung von Erlaubnissen zum Böller- oder Vorderladerschießen und zum Laden und Wiederladen von Patronenhülsen sind in Bayern die Kreisverwaltungsbehörden.Die Erlaubnis gilt 5 Jahre. Sie kann verlängert werden, wenn das Bedürfnis fortbesteht und Zuverlässigkeit sowie persönliche Eignung weiterhin gegeben sind.

Lagerung von Treibladungspulver

Die Anforderungen, die an die Aufbewahrung von Treibladungspulver zu stellen sind, sind in der Zweiten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (2. SprengV) und den Sprengstofflager-Richtlinien (SprengLR 410) geregelt.
Ohne Genehmigung dürfen nur kleine Pulvermengen in geeigneten Räumen aufbewahrt werden. Es darf beispielsweise nur maximal 1 kg Schwarzpulver in einem unbewohnten Raum in einem Wohngebäude aufbewahrt werden.